Sal Solaris - Thresholds

Sal Solaris
"Thresholds"

CD (ltd. 333)
ZHB-LXII


1. Cryptosystem
2. Limit Value
3. Polygyny Model
4. Displaced
5. Error (Eigen's Paradox)
6. Adaptation
7. Pain
8. From Now to the New De Sitter Space (Uhushuhu Remix)
9. Tautology (Myrrman Remix)

total length: 71:01
release date: March 15, 2016
price: €10

"Thresholds" @ bandcamp

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"Thresholds" is the first Sal Solaris solo album in 15 years marked by a variety of collaborations, splits and minor releases. From a musical point of view this is probably the most complex and certainly the most rhythmic work of the duo which opens a new chapter in its history.

The Sun radiates and cools down. Mountains erode and grind into sand. Any system tends to minimum energy and maximum entropy, that is to uniformity. But while chaos does not reign yet, the universe is a complex thermodynamic landscape filled with low grounds and peaks, ridges and valleys. To go from one valley to another we need a breakthrough. As when a match boosts energy to let reagents gain ability to cross the threshold, and continue to roll freely and independently.

"Thresholds" is an acoustic study of a breakthrough over the threshold. Therefore the album constantly crosses genre limits. The listener is taken from a thicket of dark techno to a rave meadow, and in the middle of dark ambient wasteland he or she gets thrust against a rock of minimal electro.

"Thresholds" is also an attempt to answer the question of what may be a match in human life situations. How to cross the pass, when the ridge is covered with clouds. The album can be regarded as a box of matches, or an experimental map of passes for those who feel confined in their valleys.

Authors can not guarantee its absolute accuracy.

Cassette version of the album with two exclusive remixes is released by NEN Records and available for purchasing at their bandcamp as well as in our mailorder catalogue.



Reviews

Mit "Thresholds" melden sich Sal Solaris zurück, die nach einer stattlichen Anzahl von diversen Publikationen nun seit langer Zeit wieder ein Solo Werk präsentieren. Damit wird zugleich ein neues Kapitel aufgeschlagen, was die stilistische Ausrichtung betrifft, den wo einst Industrial-lastiger Ambient das Geschehen prägte, so sind nun rhythmische Prägungen an der Tagesordnung. Mit dem Opener "Cryptosystem" geben sich Sal Solaris zugleich rhythmisch, was zwar auch auf das folgende "Limit Value" zutrifft, dessen Ausrichtung aber träumerischer ausgefallen ist. "Polygyny Model" birgt dann einen eher düsteren Aspekt, ehe mit "Displaced" eine Techno Nummer zum Vorschein kommt. Inwieweit man sich mit dieser Entwicklung anfreunden kann, ist natürlich Geschmackssache, und auch wenn diese Mischung aus Techno, Electro und anderen Einflüssen sicherlich nicht unbedingt schlecht ist, so sind Konstantin Mezer und Ivan Napreenko damit meilenweit von den genialen Erstwerken entfernt. "Error" lässt sich da schon mehr in der Industrial Ecke einordnen und "Dark Adaption" schafft es dann tatsächlich, sich mit seiner Eingängigkeit überaus schnell in die Ohrgänge zu schleichen, ehe man mittels "Pain" schon fast massentaugliche Ware ausspuckt, deren Ansatz mit dem letzten Remix sogar gefestigt wird.

Keine Ahnung, was Sal Solaris hier bewegt hat, ein Album zu bewerkstelligen, welches die einstigen Klanggeruste in keinster Art und Weise mehr präsentiert. Vielmehr geht man völlig neue Wege, was man zwar nicht schlecht heissen muss, die in vorliegendem Fall aber lediglich Techno- und Wave Typen befriedigen wird. Mit "Thresholds" liefert man letztendlich ein Album ab, mit dem ich mich gar nicht mehr identifizieren kann (und ehrlich gesagt auch nicht will). Punkt.

Die Veröffentlichungspolitik des russischen Duos SAL SOLARIS durchschauen zu wollen, habe ich längst aufgegeben. Ein letztes reguläres Vollzeitalbum von CONSTANTIN MEZER und IVAN NAPREENKO ist gefühlt vor Dekaden erschienen. Allerdings lieben die Musiker aus Rostov offenbar Kollaborationen, Sampler, Neuauflagen alter Stücke und so weiter, wovon die Diskografie der vergangenen rund 15 Jahre zeugt. Gemeinsam etwa mit REUTOFF, GENOCIDE ORGAN oder DEUTSCH NEPAL wälzten die beiden ihre weiten, eisgrauen und stählernen Landschaften, durchmischt mit Power Electronics, Noise, Industrial und vielem mehr. Ich war deshalb extrem überrascht, als das russische Industrial-Label ZHELEZOBETON tatsächlich ein neues, eigenes, reguläres Album von SAL SOLARIS ankündigte, was nun mit "Thresholds" erschienen ist. Wie der Titel andeutet (dt.: "Schwellen"), sollen hier Grenzen ausgetestet, Schwellen überschritten werden. Sowohl auf der inhaltlichen Metaebene – was passiert mit Menschen, die bestimmte Grenzen überqueren – als auch musikalisch. Als die rhythmischste Arbeit bisher bezeichnet das Label die neue CD, was sich unter anderem in Techno-Sequenzen äussert...

Gleich "Cryptosystem" (01) wummert los mit Stakkato-Beats, bewahrt allerdings durch schnarrende, maschinelle Sounds und verschobene, abgehackte Rhythmen ein industrielles Flair und klingt immer noch organisch, handgemacht. Durch die dezente Zunahme an Elementen wie Scheppern, Sägen und Fiepen entsteht nach und nach ein mächtiges, rhythmisches Brett, welches am Ende noisig entgleitet. "Limit Value" (02) ist zunächst höhliger, leiser und damit auch geheimnisvoller, aber auch hier bleiben wummernde Beats und ein durchgehender Rhythmus. Die plingende Melodie besteht aus scharrenden Drones, und auch dieses Stück steigert sich zu einer mächtigen Fläche zwischen Industrial, Noise und Techno. Nie zu extrem oder zerrend, um ihm nicht doch eine gewisse Schönheit abgewinnen zu können, insbesondere mit der russischer Rezitation im letzten Drittel. "Polygyny Model" (03) besteht aus Maschinenhämmern und -rattern; klassische Industrialklänge, äusserst rhythmisch in Schleifen sortiert, dazu eine sich einschleichende Melodie in der zweiten Hälfte. "Displaced" (04) bleibt mit Frequenzbrummen und Schnarren zunächst ohne Struktur, nach rund vier Minuten setzt aber überraschend eine lupenreine Technosequenz ein, deren 'utz utz utz' doch etwas seltsam anmutet. Bei dieser Mischung aus Industrial, Noise, Dark Ambient, Techno und Drone bleibt es, mal mehr, mal etwas weniger intensiv. Allerdings wirkt das letzte Drittel des Albums melodiöser und choraler. "Dark Adaptation" (06) etwa, zwitschernder Cold Wave mit lakonischen, weiblichen russischen Vocals. Oder "Pain" (07) als russische Unterhaltung vor Fanfarentröten, übergehend in eine gleissende und melodiöse Strecke, teils untermalt von Männerchören. Am Ende steht (leider) wieder ein bisschen stampfender Techno, der wunderbar perlende Ausklang versöhnt aber.

Ich behaupte ja immer, dass insbesondere russische Musiker ein Händchen für industrielle Landschaften haben. Dies gilt auch für SAL SOLARIS und "Thresholds". Für mich gewöhnungsbedürftig sind das viele Wummern und ein paar sehr technoide Parts, was vielleicht der Thematik geschuldet ist – die Wucht beim Grenzen überschreiten, oder so ähnlich. Das Album weist durch die Beats und Rhythmen eine Gleichmässigkeit auf, die sehr gut zu hören ist. Ich habe allerdings schon intensivere und feingliedrigere Tracks des russischen Duos erlebt. Egal, das erste Vollzeitalbum von SAL SOLARIS seit 15 Jahren – ich habe noch mal recherchiert, also lag ich eingangs mit den "Dekaden" nicht ganz falsch – ist so oder so ein Muss!

Michael We., NONPOP.

Depuis ses débuts, à la fin des années 90, jusqu’à maintenant ce duo russe (Konstantin Mezer et Ivan Napreenko) a fait évoluer sa musique tout en multipliant les collaborations avec notamment Majdanek Waltz, Reutoff ou encore Stahlwerk 9, et les sorties sur des labels tels que Hau Ruck!, ou Cyclic Law et bien d'autres encore, cela sans jamais sortir un album à proprement parlé.

Thresholds - Seuils - fait office de premier opus et marque certainement de par sa forme une évolution dans la façon dont Sal Solaris se perçoit en tant que projet musical, mais aussi il concrétise dans une forme fixe sa maturation stylistique.

Certes, il reste nettement des influences dark ambient sur ce premier album, mais elles sont largement passées au second plan, car elles ne dominent plus dans les compositions en tant que principales matières premières servant à les bâtir: elles laissent la premier plan à une techno sombre mâtinée d'influences post-industrielles et rhythmic noise.

Mais, dans la majorité des pistes, pour être juste, on pourrait le plus souvent mettre en avant la subtile osmose entre les racines musicales de ce projet et cette recherche de la pulsation quasi chamanique. Cette synergie permet de développer des atmosphères mystérieuses tout en faisant une place prépondérante au rythme.

Au delà de cette remarque générale la particularité de cet album est de faire entendre des pistes distinctes les unes des autres tout en gardant la marque de fabrique propre au duo.

Mais, en multipliant les angles d'attaque Thresholds avec la quatrième piste, Displaced, contient une rupture un peu trop abrupte avec son envolée rave qui rompt trop fortement son homogénéité formelle – étant donné son titre on peut aussi imaginer qu'elle fait sens aux yeux de ces musiciens…

Alors, Thresholds fonctionnerait comme une collection de compositions qui ne seraient qu'autant de métaphores de la porte: à chaque composition correspondrait une porte vers un monde différent, ou peut-être, selon une interprétation plus subjective et psychologique, des perceptions différenciées de notre monde…

Dans ce télescopage des styles et dans son approche qui relève tout autant d'un ancrage archaïque, au sens de «début, commencement», que d'une tension vers de potentiels futurs - un chant féminin incantatoire comme venu des fonds des âges sur Dark Adaptation, des rythmes tribaux, mais aussi, d'une part, l'utilisation des technologies modernes pour composer les morceaux de l'album, et d'autre part, un goût prononcée pour l'esthétique de la science-fiction - on oublie le temps et l'espace…

Finalement, cet album ne serait-il pas un des témoignages du passage d’un seuil dans notre évolution anthropologique, celle d'un renouveau qui tiendrait tout autant de l’immémorial que de la dynamique créatrice et technicienne léguée par «feu sacré» prométhéen?

'Thresholds' is the first solo album by Sal Solaris in fifteen years, and I believe I didn't hear the previous one. I did hear a compilation of rare pieces from 2004-2010, which was reviewed in Vital Weekly 913, which didn't particular blow me away. It was all quite dark and 'gothic', music for people who like to dress all black. Here is, as said, a new album by this duo and like before it is heavy on the rhythm, noise and all around darkness. There are nine pieces on this CD, but still lasts some seventy-two minutes, so most of these pieces around eight to nine minutes, which I think is a bit long, as not always do these pieces have enough in them to sound as long as they do, which is perhaps something that could be said for all of the pieces. A usual approach is that there is a lengthy, synth heavy intro and then slowly beats are layered together until we have a dense, top-heavy rhythm section and lots of synthesizers, either adding a bit of melody or a bit extra venom to the music. There is a piece of heavy, very-uptempo dance music in 'Displaced'. Like before I have quite mixed feelings about this music. While I enjoy some of these crude excursions into the stomping ground, and some of it a bit overlong, it is also something that is not entirely my cup of tea and I doubt if I would give this easily another spin in a couple of months. But no doubt this is the kind of music that is massively popular elsewhere, so what do I know?

Sal Solaris is the Russian electronic duo of Konstantin Mezer and Ivan Napreenko working in the post-industrial field since late 1990s. Starting its experiments with static sound exploration of unearthly landscapes, the project has embellished upon its distinctive 'modus operandi'. Now it merges powerful noisy ambient with dark techno patterns. 'Thresholds' is the first Sal Solaris solo album in 15 years marked by a variety of collaborations, splits, and minor releases.

To be perfectly honest, when I first heard 'Thresholds' I absolutely hated it. I thought it was a mess with no clear direction or purpose, regardless of the hype/explanation put out by the label and/or artist. Since then though I've reevaluated this work, and figured I must have been in a bad mood ot something, because 'Thresholds' is far from a mess and surely has something to reward the patient listener. I haven't heard anything previously by this outfit so I can't compare this to anything else they ever did, but what you will find here is rampant diversity. 'Thresholds' consists of nine tracks with no two sounding the same. "Cryptosystem" begins by sounding tinkertoy techno but morphs into a noisy beatfest that picks up steam and distortion crescendoing into an industrial flatline at the end. "Limit Value" is an eerie post industrial landscape with beats. Somehow a subtle musical theme develops making this quite an austere, dystopian cinematic piece. "Polygyny Model" is a mechanical fantasia that goes through a variety of permutations before its reductive conclusion. "Displaced" begins with a few minutes of low drone tone, eventually interrupted with some squinky electronics before it goes raving gonzo techno. "Error (Eigen's Paradox)" is a noisy cacophony of twisted sounds with an industrial technoish bent. I could hear this piece being used in Lynch film where something really weird happens. (And just when isn't something weird happening in a David Lynch movie?)

"Dark Adaptation" is the first track with vocals, done by Lusia Kazaryan. It's a medium tempo thing with squiggly electronics and the melody she sings is kind of folkish, but the music is rather gothy. Russian for sure, and the processing on the voice gives it a spooky aura. Although the title of the next track is "Pain," it is not nearly as painful as you might expect; in fact, after it gets into its groove, it comes across as a mixture of tribal and latter-day Tangerine Dream. "From Now to the New De Sitter Space" (YXYWYXY Remix) is pure, beatless post-industrial soundscape. No real surprises here but good atmosphere. Finally concluding with "Tautology" ((Myrrman Remix), an over-the-top techno number that pulls no punches, Sal Solaris proves they are more than capable of delivering the goods on a multitude of levels.

This album may be less likely to appeal to traditional technophiles than those with a taste for experimental dark electronics, but there is ample meat on the bone for those who appreciate a heady musical stew.

Steve Mecca, Chain D.L.K.

This veteran Russian duo with releases on Hau Ruck!, Der Angriff and Kultfront returns with an unexpected and initially disorienting work. "Thresholds" incorporates dynamic rhythmic constructions into their icy ambient and mechanized drones, giving us a hybrid blend of industrial techno that wouldn't sound out of place on a Kangding Ray record or a CLR mix and of the sort of dramatic electro-industrial ("Pain") you'd hear on Chu Ishikawa's less percussive tracks if they were re-interpreted by Reutoff. What could have easily been a tedious entryist mess ends up being a successful step in a different direction, past a new set of thresholds.

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